Handwerklernen "Holz"


 

  • Ausgangssituation

  • Schüler

  • Ziele

  • Pädagogik

  • Arbeit

  • Strukturen und Freiräume

 

 

 

 

 

1. Ausgangssituation

 

Die Vermittlung konkreter Unterrichtsinhalte bei teilweise ausgeprägt notwendigem sonderpädagogischen Förderbedarf bedarf individueller Konzepte.


Ein Teil der Schüler ist in der Lage, dem Unterricht zu folgen und auch gesteigerten Anforderungen zu entsprechen, andere jedoch können durch multiple Hemmnisse nicht profitieren, machen zunehmend Erfahrungen des Scheiterns und wachsendem gesellschaftlichem und persönlichem Druck.


Die Chancen, einen Abschluss zu erlangen, sind besonders für Schüler mit intensivem Förderbedarf gering. Frustration, Schulmüdigkeit, Intensivierung der bereits bestehenden Problematik und Perspektivlosigkeit manifestieren sich.

 

 

 

 

2. Schüler

 

WerkstattLernen richtet sich an die Klassen 8-10 der Förderschule (E/S) Zülpicher Strasse. Das Angebot ist für Schüler...

 

  • mit praktischen und handlungsorientierten Interessen

 

  • die zur Zeit nur in geringem Maße vom „regulären" Unterricht profitieren

 

  • mit deutlich erhöhtem sozialen und emotionalen Förderbedarf

 

  • mit Ansätzen von Schulmüdigkeit

 

 

3. Ziele

 

Das Konzept WerkstattLernen bietet Schülern ein Lern- und Entwicklungsfeld, dass auf praktische und handlungsorientierte Angebote zurückgreift. Die Arbeiten sind grundsätzlich mit realistischen Aufträgen verbunden, um nachhaltig, effektiv und authentisch zu motivieren. Es wird gemeinsam unter Leitung des Handwerksmeisters ein realistisches Betriebsklima geschaffen, um den Übergang ins Erwerbsleben / Ausbildungsverhältnis vorzubereiten.

 

Schwerpunkte:

 

  • Intensive emotionale und soziale Förderung
  • Individuelle Begleitung der Entwicklung
  • Entwicklung von klassischen Kompetenzen (Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und Fleiß)
  • Gruppendynamisches Arbeiten
  • Ausbau der Anbindung an die Schule
  • Raum zum "Wohlfühlen" als Ausgangslage für persönlichen Erfolg, Perspektive und Vision
  • Erlangen von Erfolgserlebnissen
  • Entwicklung der Berufsfähigkeit

 

 

 

4. Pädagogik

 

Das Konzept WerkstattLernen setzt an Stelle eines klassischen Stundenplanes eine Vernetzung von produktionsorientierter Arbeit und Unterricht. Die Gewichtung ist abhängig von thematischen Schwerpunkten, Gruppendynamik und individuellen Prozessen; es findet eine Abgrenzung zum gewohnten schulischen Misserfolg statt.

 

Die Organisation, bzw. Durchführung erfolgt in Themen- und Projektblöcken.

Zwischen festen Strukturen und angemessenem Freiraum bietet WerkstattLernen bei der Umsetzung von Projekten und Aufträgen Platz für Interaktion zwischen dem Individuum und der Gruppe. Emotionale und soziale Entwicklung wird begünstigt, da kognitive Lernvoraussetzungen keine übergeordnete Rolle spielen.

 

 

 

 

5. Arbeit

 

Im Schulgebäude werden Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt, wobei das Prinzip der Planung, Durchführung und Kontrolle bei allen Projekten wiederkehrend ist.

 

Individuelle Wünsche der Schüler finden Berücksichtigung und werden konsequent umgesetzt; saisonspezifische Arbeiten, bzw. Aufträge aus besonderem Anlass oder auf Bestellung werden geplant und terminiert.

Die freie Gestaltung von Einzelmöbeln und Objekten fördern Selbstvertrauen und Sicherheit. Wertschätzung erfolgt durch Anerkennung, Folgeauftrag und Empfehlung des Auftraggebers.

 

Zu Beginn des Schuljahres wird altersspezifisch in einer einwöchigen Orientierungsphase eine vorgegebene Arbeit durchgeführt. Das im Anschluss erstellte Profil dient als Entscheidungshilfe für die Teilnahme bei WerkstattLernen.

 

 

 

 

6. Strukturen und Freiräume

 

  • Der Tag wird mit einer gemeinsamen Reflexionsrunde begonnen und beendet

  • Jeder Schüler entwickelt persönliche Ziele, die regelmäßig überprüft und ins Bewusstsein gerückt werden

  • Einzelbetreuung ist im Bedarfsfall möglich

  • Die Schüler können ihre eigenen Ideen nach Absprache umsetzen

  • Mitbestimmung wird ermöglicht durch gleichberechtigte Teambildung und kooperativen Führungsstil

  • WerkstattLernen bietet Raum für individuelles Tempo und vorzeigbare, nachhaltige Arbeitsergebnisse

 

 

 

 

Pierre-Daniel Pütz

Tischlermeister

Betriebswirt des Handwerks